Bonn, den 16.03.2012 – Als völlig unbefriedigend bezeichnet die Bundesvorsitzende der Katholischen Elternschaft Deutschlands, Marie-Theres Kastner, den von der Bertelsmann Stiftung vorgelegten Chancenspiegel.
Die Studie definiert zu Recht Chancengerechtigkeit als „… die faire Chance zur freien Teilhabe an der Gesellschaft, die auch gewährleistet wird durch eine gerechte Institution Schule, in der Schüler aufgrund ihrer sozialen und natürlichen Merkmale keine zusätzlichen Nachteile erfahren, durch eine Förderung der Befähigung aller und durch eine wechselseitige Anerkennung der an Schule beteiligten Personen.“
Kastner wendet jedoch ein: „Zu den zentralen an Schule beteiligten Personen gehören Lehrer, Schüler und Eltern. Diese drei müssen an dem formulierten Ziel der »Überwindung von Nachteilen und der Entwicklung von Potenzialen« bei den vier in der Studie festgelegten Gerechtigkeitsdimensionen »Integrationskraft«, »Durchlässigkeit«, »Kompetenzförderung« und »Zertifikatsvergabe« beteiligt werden. Leider ist die Studie nicht der Frage nachgegangen, wie es um die Einlösung dieses staatlich zuerkannten Elternrechts steht.“
„Es ist eine gefährliche Tendenz, dass Eltern im allgemeinen und ganz besonders Eltern von benachteiligten Kindern die Fähigkeit aberkannt wird, als gleichberechtigte Erziehungspartner im Kontext Schule eine kompetente mitwirkende Rolle bei der Förderung von Kindern zu spielen“, so Kastner weiter.
„Eltern wollen zusammen mit den Lehrern Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder übernehmen. Das setzt voraus, dass Lehrer und Eltern sich vorurteilsfrei begegnen, dass sie ihre Strategien miteinander abstimmen und dass alle Eltern Gehör finden und nach ihren Möglichkeiten beteiligt werden. Dazu bedarf es entsprechender Dialogangebote, Informations- und Qualifizierungsangebote und demokratischer Strukturen für Eltern an den Schulen. Da ist noch viel Verbesserungspotential vorhanden“, so Kastner.
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